Materialien
Ursprünglich bevorzugten die Inuit Elfenbein aus den Zähnen von Walross und Narwal als Material für ihre Kunstwerke, neben Karibu-Geweih und Moschusochsenhorn - leichtgewichtige Kunstwerke und Amulette ließen sich auf der Wanderschaft einfach besser transportieren. Den weichen Speckstein verwendete man dann am Lagerplatz vor Ort, vor allem für Kochtöpfe, die immer wieder neu hergestellt wurden, und für die flachen Schalen der Tranlampen.
Heute ist Stein aller Härten und Schattierungen das Hauptmaterial der Künstler. Je nach Region ist der Stein unterschiedlich hart und farbig -- der traditionelle weiche "Speckstein", eine weiße oder graue oder graugrüne Variante des Minerals Talk (Steatit), kommt vor allem im Südosten Nunavuts vor. Von dort stammen deshalb die meisten fein ausgearbeiteten Tier- und Menschenfiguren, oft schwarz eingefärbt und hoch poliert. Im Nordwesten findet man meist harten, schon granitähnlichen Stein, so dass in dieser Region traditionell die grob behauenen, eher abstrakteren Skulpturen entstanden. Doch moderne Maschinen wie Elektromeißel und Schleifgeräte machen neuerdings auch große, fein geformte Figuren möglich.
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Verbreitet sind auch der Serpentin oder Serpentinschiefer (Serpentinit), sowie Quarz, Argilit, Dolomit und mehr. Das Farbspektrum reicht denn auch von weiß bis sehr dunkelgrau, jadeähnliches Grün findet sich ebenso wie Brauntöne. Besonders attraktiv - und schwer zu bearbeiten - sind Steine, die von farbigen Mustern und Linien durchzogen sind und gelegentlich sogar eine Metallader enthalten | ![]() |
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Manchmal sind geeignete Steine schwer zu bekommen, so dass die Künstler oft weite Wege zurücklegen, um sich Steine guter Qualität zu beschaffen. So kommt es gelegentlich sogar vor, dass junge Künstler, im Süden Kanadas ausgebildet, etwa auf importierten Stein aus Brasilien oder von anderswo zurückgreifen.

Beliebt sind auch alte, verwitterte Walknochen, die allerdings seltener vorkommen und wie das Arktis-Elfenbein von Walross und Narwal strengen Artenschutz-Bestimmungen unterliegen (nach Deutschland dürfen sie nur in Ausnahmefällen exportiert werden). Doch auch Karibu-Geweih und Hörner von Moschusochsen dienen als Material - zwar lassen sie wenig Variationen bei der Form zu, doch manch ein Künstler vermag ihnen trotzdem eine Vielzahl an unterschiedlichen Kunstwerken zu entlocken.
In vielen Arbeiten sind gleich mehrere Materialien kombiniert. So findet man häufig in Steinskulpturen eingelegtes Elfenbein oder auch Geweih- und Knochenstücke.




